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8. Mainhardter Wald Distanzritt
Am Samstag, 17. Juli 2010 findet der 8.
Mainhardter Wald Distanzritt über 30,
60 und 90 km sowie Distanzfahrten über 30, 60 und 90 km statt.
Bitte melden Sie sich bei
Simone Greitzke unter Tel. 07903 / 35 45 oder
simone.greitzke@gmx.de an.
Jungfernfahrt Mainhardter Wald
Was erwartet einen Veranstalter und einen
Distanzfahrneuling? Nicht so weit von Zuhause wollte ich es mit meiner bisher
als Distanzreitpferd erprobten Penthi probieren. EFF 30 km im Muschterländle.
Als erste auf der in Claims abgesteckten Wiese wurde ich empfangen, eingewiesen
und sofort als Nichtschwäbin geortet. Das Wiesenstück war groß und anscheinend
lecker. Für die Menschen standen in der Mehrzweckhalle nebenan nagelneue
Toiletten und Duschen zur Verfügung.
Am Abend erfolgte eine unnachahmlich witzige
Vorbesprechung, ein humoristisches Highlight (Zitat Kathrin): „Wer 60 km reitet,
brauch ´s Gäule unds Häsle zweimol. Wer 80 reitet, brauchet no zweimol s Hundle.
Wer’ s ned hat ... tja ...der isch net daboi“ (die Stempel der Kontrollpunkte).
Für die Fahrer wurde extra in der Dämmerung noch eine
Begehung des Zieleinlaufs gemacht. Durch den dichten Wald lotsten uns weiße
kurze Pfosten als Markierung. Die Überraschung war dann ein hoher steiler Wall,
der in ein ausgetrocknetes, grobschottriges Bachbett führte, danach ins Dickicht
mit Brennnesseln bergauf um die Ecke. Als Alternative wurde noch die Straße
angeboten. Ich war schon recht sprachlos über diese Geländegegebenheit. Aber die
erfahrenen Fahrer sahen das ganz locker: „Ach, des schaffe mer scho.“ – Na, dann
werde ich mich anpassen.
Am nächsten Morgen wusste Penthi schon, was angesagt war,
als ihr Sulky vorfuhr. Der Start war nicht gerade fliegend, mussten wir durch
ein sehr enges Stück zwischen Kompost und Baum und gleich einen Bogen, weil der
Platz zwischen den nächsten Bäumen nicht reichte. Danach ging es noch einige km
– für mich ganz ungewohnt kurvig und anstrengend da hinten ohne gute Sicht –
etwas „unrund“ bis wir uns auf sacht geschwungenen Strecken etwas entspannen
konnten. Die Markierungen waren wirklich gut und sicher. Sehr hilfreich für
Fahrer waren auch die häufigen Kalkbestätigungen auf langer gerader Strecke
(„ich habe nichts übersehen, hier ist ein Kalkpunkt!“). Es ging „nuff und
nunder“, aber auch für Fahrpferde gut zu schaffen. Die wenigen steilen Abstiege
habe ich geführt. Nach der Pause ging es wunderschöne schattige Wege durch den
Wald, auf denen man fleißig vorwärts traben konnte. Die Markierungssuche fiel
mir immer leichter, die Anspannung und permanente Aufmerksamkeit wich
gelegentlichem Genuss der Landschaft. Als Fahrer kann man nicht so viel „Häusle
und Bergle gucken“, man ist mit rechtzeitiger Sicht nach Markierungen
beschäftigt.
Unser Zieleinlauf war wieder „etwas holperig“ zwischen
Bäumen und Kompostecke durchgeruckelt. Es stand eine große Wanne mit frischem
Wasser bereit, der Tierarzt hatte genug Zeit und mein Tross war auch rechtzeitig
da. Viele Vereinsmitglieder vergewisserten sich, ob ich auch gut durchgekommen
bin, ob die Strecke ok sei und nicht zu schwierig, ob wir den Baumstamm
gemeistert hätten. Auch als Distanz-Fahranfänger muss ich mit einem
20-cm-Stämmchen klar kommen, das quer über den Weg liegt. Daran wächst man auch
als Pferd-Fahrer-Team.
Überhaupt die Tierärzte: alle drei waren supergeduldig und
freundlich. Doc Seidensticker forderte immer wieder nett zum „jetzt wenden und
zurück auch wieder traben“ auf. Außerdem waren seine Kommentare zu
ungewöhnlichen „Dingen“ an Pferden zum Kringeln: „Was hat der denn hier?“ ...
Erklärung der Besitzerin „ ... und wir wollen ihn ja auch nicht verkaufen ...“ –
„Ach das ist ein Extra, das bekommt man kostenlos dazu!“
Es gab keine langen Wartezeiten, Schatten und nette
Gespräche. Die Siegerehrung war gemütlich, die Ehrenpreise stattlich und gut zu
gebrauchen. Bemerkenswert die Plaketten: groß und auffällig mit dem schönen
Symbol des Pegasus aus dem Emblem der Pferdefreunde Geißelhardt. Jede Strecke
hat ihre eigene Plakette – wo findet man das schon den Aufdruck „30 km
Einführungsfahrt“, wenn es noch fünf andere Strecken gab, die ebenfalls
individuelle Aufdrucke haben? Ein Pony sollte hier extra erwähnt werden: Bandit,
gefahren von Katharina Schäfer, bewältigte die 30-km-Fahrt in LK III. Er war der
Star unter den Teilnehmern mit gerade mal 83 cm Stockmaß. Mit echten 4 kleinen
Eisen an den Hufen verlor er auf der Strecke anscheinend kein einziges seiner
Ponykilos und präsentierte sich munter wiehernd und eifrig trabend beim
Tierarzt, der die NU in der Hocke abnahm.
Fazit für diese Veranstaltung ist, dass es eine besonders
liebevoll betreute ist und die Pferdefreunde Geißelhardt ihren Namen zu Recht
tragen. Alles wird gut, wenn Veranstalter lern- und kritikfähig sind. Die
Meldestelle braucht sich nicht zu entschuldigen, dass mal was lange dauert, oder
nicht umgehend zur Verfügung steht. Sie hatten alles gut im Griff, waren
flexibel und immer nett. Der Veranstalter war gut gelaunt und schien immer für
einzelne Probleme endlos Zeit zu haben, immer freundlich und mit einem Scherz
auf den Lippen. Die Gourmets unter den Teilnehmern bejubeln das gute Frühstück
mit Kuchen, selbstgemachter Marmelade, Eiern und was man sonst so als Sportler
braucht. Das gute Wetter bescherte gutes bis akzeptables Geläuf, aber auch bei
Regen gab es keine besonders langen Strecken, die man vorsichtig im Schritt
überwinden musste. Die Steigungen waren teilweise schon beachtlich und haben die
Pferde erschöpft – aber es war klar, dass wir nicht in der Ebene starten.
Mein Pferd und ich hatten Gelegenheit, unglaublich viel zu
lernen und Vertrauen aufzubauen auf dieser Fahrt. Wenn möglich, starten wir
nächstes Jahr wieder in Schwaben und gucken, ob die Fassaden der Häuser immer
noch so sauber sind. Dann frage ich mich wieder: Gibt es zwischen Wüstenrot und
Schwäbisch Hall die Fassadenfarbe kostenlos?
Christiane Schiele mit „Schwäbelhilfe“ von Kathrin
Debusmann
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